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Filz - Tradition und Kunst

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Studienreise nach Siebenbürgen
Mai, 2010 (9 Tage)

Gewalkte Wolldecken in Dorf Gyergyóremete

Studieren und selbst machen

Es ist eine Spezialreise für Weberinnen aus Europa.

Unter der Leitung des Textilkünstlers István Vidák aus Ungarn.

 

Teilnehmergebühr pro Person:600 €

Reisekosten: etwa 180 € (Billigflug + Automiete)

(von Belgien oder Deutschland nach Ungarn, und weiter nach Siebenbürgen und zurück)

Vorbereitung und Reiseführung von István Vidák: 200 €

Unterkunft und Verpflegung + Material: 160 € + 60 €

 

Die Mühle der Frau Rózsika Góga, hier  wohnen wir. Fotoaufnahme von I. Vidák, 2005.

 

Vier Kilometer weit entfernt vom Dorf Remete im Seklergebiet, neben einem Bach steht die Mühle der Müllerin Frau Rózsika Góga. Sie hat zwei Gästezimmer und einen Webraum. Neben den Demonstrationen  kocht sie auch für uns.
 

 

 

Sie ist  die beste Weberin und die einzige Walkerin im Dorf, Gyergyóremete. Das Bild zeigt Rózsika beim Schussgarn spinnen mitder Handspindel. Rózsika ist 72 Jahre alt. Sie lebt und arbeitet hauptsächlich alleine. Früher hatte Sie einen Mann und mehrere Haustiere. Pferde, Kühe, Schafe, heutzutage hat sie noch ein Schwein, ein Hund und mehrere Hühnchen.
Fotoaufnahme von István Vidák, September, 2009.



 

 

Das Kettgarn aus mittelgrober, einheimischer Schafwolle soll eineinhalb Kilogramm sein für eine Schlafdecke. Das Kettgarn ist weiß oder grau und soll fest gesponnen sein. Auf dem Bild sieht man, wie sie das Kettgarn auf den Scherbaum zieht.
 Fotoaufnahme von Trees Coussement, September, 2009.

 

 

 

Färbewerkstatt von István Vidák. Fotoaufnahme von Szilvia Gaál, August, 2009.

 

Die gewaschene, mittelgrobe Schafwolle aus Siebenbürgen wird mit Kaltbeize von Karin Tegeler gebeizt, und danach in Färbekesseln gefärbt. Die blaue Farbe ist Indigo, die rote Farbe  Krappwurzel oder Kochenille und die gelbe Farbe ist von Birkenblättern, Wurmkraut und Reseda. Die gefärbte Wolle wird kardiert und für das Schussgarn gesponnen.

 

 

In der Webstube steht ein handgeschnitzter Webstuhl mit vier Schäften. In der Winterzeit weben in dem Dorf noch etwa fünfzig Frauen für die Familie. Ein wichtiger Teil davon sind die Schlafdecken. Eine fertige Decke von guter Qualität soll sechs oder sieben Kilogramm schwer sein. Davon wiegt das Schussgarn fünf Kilogramm.

Fotoaufnahme von Ulrike Hausen, 2006.  


 

Eine Decke besteht aus drei oder vier Streifen. Nach dem Weben werden die Streifen mit Wollgarn zusammengenäht. In diesem Fall ist die Decke 2,2 M. lang und 2,4 M. breit.

Hundert Jahre früher wurden alle Textilien aus Wolle mit Pflanzen oder anderen Naturfarben  gefärbt. Fotoaufnahme von Trees Coussement, September 2009.
 

 

 

Der Walkprozess braucht eine Walktruhe und viel sauberes Wasser. Man muss, wie Rózsika es immer erzählt, zwei Decken parallel waschen. Sie „tanzen“ zusammen acht Stunden lang und jede Stunde wird die Qualität geprüft. Die gut gewalkte Decke soll schöne „Haare“ bekommen. Fotoaufnahme von István Vidák, September 2009.
 

 

Die fertig gewalkten neuen Decken trocknen auf der Terrasse. Einige sind als Sommerdecken  zum Schlafen. Die sind viel dünner und weniger gewalkt. Die Winterdecken „Tscherge, gyapjúlepedő“ sind dick und stark gewalkt.

Die Endgröße sind 2,1 Meter (Länge) mal 1,7 Meter (Breite).

Fotoaufnahme von Trees Coussement September, 2009.

 

Eine traditionelle, 60 Jahre alte Wolldecke aus dem Dorf Gyergyóremete, zusammen mit der Müllerin Rózsika Góga. Die Decke besteht aus grauer und weißer Naturfarbe, in vier Streifen.  Das Muster hat ein Rhythmus. In den weißen Feldern sieht man Fransen in roter Farbe. Sie heißt auf ungarisch „Tschertsche“.  Fotoaufnahme von István Vidák, September 2009.



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